Sonntag, 4. November 2012

Oscar 2012: The Artist (F, 2011)

In Zeiten von Computeranimation, Bluescreen und dreidimensionalem Wahnsinn einen ganz normalen Film ohne all den Firlefanz zu drehen...
Ok, das war bei Dogma 95 auch schon so.
Aber in Zeiten der digitalen Kinokameras einen Schwarz-Weiß-Film zu produzieren, das muss doch mutig sein!
Naja, das gabs doch letzter Zeit zuhauf: Down by Law, Pi, La Haine, die Liste ist endlos.
Nein, selbst Schwarz-Weiß ist nicht mehr genug! Die letzte Bastion des modernen Films ist der Ton. Der "Talkie" (Analogismus zu "Movie") ist zur Gewohnheit geworden. Wir lieben es, von einem Film mit Aug und Ohr entführt zu werden.

Genau das hält George Valentin für groben Unfug. Valentin ist Stummfilm-Star. Ein Fred Astaire auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Da kommt der Tonfilm und versucht, ihm Angst zu machen. Er macht ihm Angst.

The Artist erzählt eine liebevolle Geschichte von der Entstehung des Films wie wir ihn kennen und wie er Stummfilm-Legenden wie Charlie Chaplin empört hat.

Wohl der wichtigste Film der großen Kategorien. Allein schon wegen des Experiments, dem Dolby-Surround-verwöhnten Publikum einmal etwas härtere Kost vorzusetzen:
den Film als etwas zu definieren, was man zunächst sehen muss um es zu verstehen.

George Valentin hat in einer essentiellen Szene des Films einen Alptraum, in welchem sich sein Leben plötzlich wie ein Tonfilm anfühlt.

Der Effekt auf den Zuschauer ist der, dass er sich selbst über die Geräusche wundert.
Wenn das keine Leistung ist, was dann?

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