Sonntag, 4. November 2012

Oscar 2012: The Tree of Life (US, 2011)

Das Familienepos The Tree of Life von Terrence Malick würde sich wohl an die Spitze der nominierten Filme stellen, ginge es in diesem Wettbewerb um Prätention.

Bestimmt wird er eine der drei Goldstatuen kassieren (fast sicher diesmal für die Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki, welcher sich diesmal schon zum fünften Mal über eine Nominierung freuen darf, doch wohl nie so verdient wie in diesem Fall.), jedoch reden wir bei Tree of Life von einer Geschichte, die zu groß ist für Hollywood und erst recht für diese Veranstaltung. Nämlich die einer Familientragödie über mehrere Generationen, kombiniert mit der Ontographie des Universums.

Malick startet den Versuch, jede jemals entstandene Frage des Menschheit zu stellen und lässt das Sein selbst antworten: 

Warum tötet Jack seinen despotischen Vater nicht, um seinen Ödipus-Komplex zu vervollkommnen? 
Weil irgendwann vor Jahrtausenden ein Dinosaurier den anderen verschont hat.

Warum dürfen Mr. und Mrs. O'Brien ihren ältesten Sohn nicht mehr lebend sehen? 
Weil das bei Hiob auch nicht drin war.

Der Film folgt keiner erzählerischen Struktur, ist deshalb auch dem Erzählkino der Filmmaschine Hollywood fern. Und verdient vielleicht genau deshalb die Preise.

Vielleicht ist The Tree of Life nicht der Beste Film.
Aber zumindest in diesem Rennen.

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